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Tipps für den Umgang mit Ihren Ohrgeräuschen
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Akuter Tinnitus
Was tun, wenn es plötzlich piept? Wenn die Ohrgeräusche das erste Mal auftreten,
gibt es keinen Grund zur Panik. Bewahren Sie Ruhe! Oft verschwinden die Töne
im Ohr schon nach einiger Zeit von ganz allein. Falls die Geräusche am nächsten
Tag noch da sind, sollten Sie sich beim HNO-Arzt oder auch bei Ihrem Hausarzt
als "Eilfall" anmelden. Haben Sie allerdings zusätzlich zum Ohrgeräusch ein
taubes Ohr, dann sollten Sie sofort zum Arzt gehen, da der Verdacht auf einen
Hörsturz besteht.
Hörsturz
Der Hörsturz ist ein medizinischer Notfall. Häufig sind beginnende Ohrgeräusche
mit einem Hörsturz verbunden. Er ist gekennzeichnet durch einen plötzlichen
- meist einseitigen, innenohrbedingten Hörverlust -, der mit Schwindel oder
Gleichgewichtsstörungen auftreten kann. Als Ursache werden Durchblutungsstörungen
oder Infekte angenommen.
Keine Zeit verlieren
Je früher Sie zum Arzt gehen, desto besser. Sie verbessern dadurch Ihre Heilungschancen.
Der Arzt wird erst einmal von einem Innenohrschaden ausgehen und eine Akutbehandlung
einleiten. In der Regel beginnt die Behandlung mit durchblutungsfördernden Medikamenten
und Infusionen. Durch eine gute ärztliche Aufklärung verliert der Tinnitus seine
Bedrohlichkeit. Viele Betroffene können dann nach einiger Zeit der Gewöhnung
gut mit ihrem Tinnitus leben. Sie fühlen sich nur noch wenig gestört und sie
können ihre Aufmerksamkeit wieder auf andere wichtige Dingen und Aktivitäten
lenken. Die "Bedrohung" durch den Tinnitus verliert immer mehr an Bedeutung.
Wenn Ihr Arzt die Diagnose "akuter Tinnitus" stellt, dann sollten Sie Ihre
Lebenssituation überdenken. Hier ein paar Tipps für den Umgang mit Ihren Ohrgeräuschen:
Eine gute Diagnostik durch Fachärzte sollte die weiteren Ursachen des
Tinnitus klären. Die meisten Ursachen können gut behandelt oder gar behoben
werden.
Ruhe und positive Gedanken können den Selbstheilungsprozess fördern.
Der akute Tinnitus verschwindet bei rund 70% der Betroffenen.
Abstand von beruflichen und familiären Belastungen gewinnen.
Vermeiden Sie die Einnahme acetylsalicylsäurehaltiger Schmerzmedikamente
(ASS, Aspirin, Thomapyrin, Togal).
Reduzieren Sie Nikotin, Koffein, Alkohol und chininhaltige Getränke
(wie zum Beispiel Tonic Water, Bitter Lemon- z.T. auch weinhaltige Getränke
und Spirituosen).
Verzichten Sie auf glutamathaltige Speisen.
Bauen sie Stress ab!
Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren, damit Sie wieder ruhiger werden.
Meiden Sie Lärm und laute Musik.
Meiden Sie Stille.
Chronischer Tinnitus?
Was tun, wenn der Tinnitus nicht verschwindet? Ein Tinnitus wird als chronisch
bezeichnet, wenn die Akutbehandlung erfolglos geblieben ist und die Ohrgeräusche
über mehrere Wochen bis zu drei Monate andauern. Jetzt ist es eher unwahrscheinlich,
dass Sie Ihr Geräusch verlieren und es stellt sich die Frage: "Wie soll es weitergehen?
Muss ich jetzt damit leben? Problematisch ist das nicht nur für den Betroffenen,
sondern auch für die Familie, Freunde usw. Wenn medizinisch keine Fortschritte
mehr erzielt werden und sich Hoffnungslosigkeit breit macht, könnte eine psychotherapeutische
Behandlung sinnvoll sein, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Eine Untersuchung
der Klinik Roseneck ergab, dass über 80% der Betroffenen zu ihrer Gehörerkrankung
eine Reihe psychischer Krankheitsbilder aufwiesen.
Mit dem Tinnitus leben Nach der Diagnose "chronischer Tinnitus" müssen Sie versuchen, sich mit dem
Geräusch zu arrangieren. Nun ist es wichtig, das Leiden am Tinnitus zu behandeln,
da der Tinnitus selbst nur noch sehr selten verschwindet. Suchen Sie sich einen
"Arzt Ihres Vertrauens". Sie können selbst viel dazu beitragen, um Ihre Erkrankung
in den Griff zu bekommen. Werden Sie aktiv und versuchen Sie die Aufmerksamkeit
vom Tinnitus wegzulenken. Folgende Aktivitäten können Ihnen dabei helfen:
- Hörübungen
- Bewusstes Hinhören auf bestimmte Geräusche, z.B. Vogelzwitschern, schöne Musik.
- Wahrnehmungsübungen Wahrnehmen mit allen Sinnen (Riechen, Tasten, Schmecken
usw.).
- Schöne Dinge machen, wie z.B. ein spannendes Buch lesen,
- Gartenarbeit,
- Sport treiben und sich in der frischen Luft bewegen.
- Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren ( z.B. Progressive Muskelentspannung,
Autogenes Training).
Hilfe zur Selbsthilfe Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an und werden Sie selbst zum "Experten
Ihrer Krankheit." Patienten, die gut über ihr Leiden informiert sind, können
besser mit ihrem quälenden Geräusch zurecht kommen. Selbsthilfe heißt, die eigenen
Probleme selbst in die Hand zu nehmen und aktiv, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten,
nach einer Lösung zu suchen.
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