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Welche Therapie kann helfen?
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Zu Beginn jeder Therapie sollte eine gründliche Diagnostik stehen. Beim akuten
Tinnitus ist das wichtigste Behandlungsziel, dass der Tinnitus wieder verschwindet.
Zuerst soll eine Aktivierung des Innenohrs erreicht werden, indem die Innenohrdurchblutung
durch Infusionen und Medikamenten verbessert wird. In dieser Zeit sollten Sie
vor belastenden beruflichen oder familiären Situationen geschützt werden. Dies
kann durch einen Krankenhauaufenthalt oder durch Krankschreibung erreicht werden.
Beim chronischen Tinnitus müssen Sie lernen, sich an das Geräusch zu gewöhnen.
Dazu gehört, nicht länger gegen ihn anzukämpfen. Wenn Sie lernen den Tinnitus
zu akzeptieren, setzt ein Prozess der Gewöhnung ein. Der Tinnitus tritt dann
in den Hintergrund Ihrer Wahrnehmung.
Eine vielversprechende Therapie ist die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT).
Bei der Behandlung sind mehrere Fachgebiete vertreten. Der HNO-Arzt, ein Psychologe,
ein Hörtherapeut und ein Hörgeräteakustiker. Übersetzt bedeutet "Retraining"
umtrainieren. Es soll gelernt werden, das Ohrgeräusch nicht mehr wahrzunehmen.
Während der Tinnitus vorher störend und bedeutsam für den Patienten war, soll
er durch die Therapie unbedeutend und überhört werden . Der erste Schritt der
Therapie besteht in einer gründlichen Aufklärung der Patienten. Bereits in diesem
Stadium können Ängste abgebaut und ein entspannteres Verhältnis zum Tinnitus
geschaffen werden. Die um uns herum ständig vorhandenen Schallquellen werden
im Gehirn zu 70 % weggefiltert. Das Gehirn ist imstande, der akustischen Wahrnehmung
nur die Informationen zuzuleiten, die wir wahrnehmen wollen. Beim Tinnitus ist
dieses Filtersystem gestört und es drängt sich ein störendes akustisches Signal
in unser Bewusstsein, welches nicht weggefiltert wird. Tinnitus wird dann zur
Krankheit und wahrnehmbar, wenn diese hemmenden Systeme (Filter) geschädigt
sind. Die Tinnitus-Retraining-Therapie versucht nun, die gestörte Filterfunktion
unseres Hörsystems wieder herzustellen und unsere akustische Wahrnehmung von
den Störgeräuschen abzukoppeln.
Dies wird durch ,,Habituation" (Gewöhnungstraining) erreicht. Ziel ist es,
das Störgeräusch auszublenden. Durch spezielle Übungen lernen die Kranken wieder
auf etwas anderes zu hören als auf die Phantomgeräusche im Kopf. Ein weiterer
wichtiger Baustein dieser Therapie ist im Rahmen der Stressbewältigung das Erlernen
einer Entspannungstechnik, wie zum Beispiel der Progressiven Muskelentspannung.
Sie dient neben der Verbesserung der Entspannungsfähigkeit auch der Stärkung
des vegetativen Nervensystems. Darüber hinaus stehen bei Notwendigkeit verschiedene
psychologische Maßnahmen im Mittelpunkt der Therapie. Um die überstarke Wahrnehmung
des Tinnitus zu verändern, wird ergänzend, je nach Erfordernis, ein Rauschgenerator
("Rauscher", "Noiser") eingesetzt. Dieses kleine Gerät sensibilisiert das Gehör
wieder für Geräusche von außen. Das Gerät wird hinter dem Ohr getragen und sendet
für etwa sechs bis acht Stunden am Tag ein, "weißes", Rauschen aus. Diese Therapie
zielt darauf ab, dem Tinnitus seine übermäßige Bedeutung zu nehmen und es aus
der bewussten Hörwahrnehmung herauszudrängen. Das Konzept setzt eine aktive
Mitarbeit des Patienten voraus. Ausdauer und Geduld spielen dabei also eine
entscheidende Rolle. Bei den meisten Patienten ist ,,Heilung im Sinne von Leidensverringerung"
nach etwa 6 bis 24 Monaten möglich.
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